Polska Parafia Frankfrurt nad Menem

Polnische Seelsorge in Frankfurt am Main - Geschichte und Gegenwart

Als Gründungsjahr der polnischen Seelsorge in Deutschland kann das Jahr 1945 betrachtet werden. Damals entstand die erste Polnische Gemeinde in Frankfurt/M. Sie bestand aus ehemaligen Gefangener aus den Konzentrationslager, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen. In den späteren Jahren kamen dazu viele Aussiedler, Spätaussiedler und Gastarbeiter.

In den 80-en Jahren kam aus Polen neue Welle der politischen Migration gefolgt von zahlreichen Polen, die auf der Suche nach Arbeit waren. Die heutige Gemeinde zählt ca. 14.900 Gemeindemitglieder. Dazu kommt ca. die gleiche Zahl der Spätaussiedler, die weiterhin ihre Kontakte zu der Seelsorge in der polnischen Sprache pflegen wollen. Die polnische Seelsorge ist zuständig für die Polen auf dem ganzen Gebiet des Bistums Limburg.

Seit dem Jahr 1990 wurde die Seelsorge kraft Entscheidung des Diözesanbischofs Franz Kamphaus den polnischen Claretiner Missionaren überlassen, die im hiesigen deutschen Claretiner Seminar, Hühnerweg 25, wohnen. Seit dem Jahr 1991 wurde der Gemeinde die Herz Marien Kirche nebst Katechese-, Pfarrsaal- und Büroräumen in Frankfurt/M Sachsenhausen zur alleinigen Verfügung gestellt. Mittwochs, freitags, samstags und 2 sonntägliche Gottesdienste werden hier regulär gehalten. Außerdem sonntags, sowie an Feiertagen werden regelmäßig Heilige Messen in St. Markus Kirche in Nied und St. Josef Kirche in Eschersheim gefeiert. Der Reihe nach werden an Sonntagen von polnischen Patres die Gottesdienste in Limburg, Wiesbaden und Wetzlar gehalten, einmal im Quartal - in Dillenburg.

Ca. 2.800 Gemeindemitglieder nehmen an den sonntäglichen Gottesdiensten teil. Nach den Abendgottesdiensten wird im Mai und Oktober Rosenkranzandacht gehalten, im Juni - Herz Jesu Andacht, in der Fastenzeit - Anbetung des Kreuzweges und Passionslieder zum Leiden und Tod Christi. Nach jeder sonntäglichen Eucharistie wird Rosenkranz zur Göttlichen Barmherzigkeit und an jeden 13 Tag des Monats in Intentionen des Heiligen Vaters gebetet. In der Gemeinde gibt es ein "Lebendiger Rosenkranz", die charismatische Gebetsgruppe "Betesda Weiher", Kreise der Apostolischen Bewegung der Pilgernden Mutter von Schönstatt, eine Ministranten- Kantoren- und Lektorengruppe. Von den Patres wird der Erstkommunion- und Nachkommunionkindergruppe Katechese erteilt.

Die Probleme der Gemeindemitglieder betreffend: es sind meistens existentiale Probleme. Zahlreiche Touristen, und nicht nur Touristen, fragen nach Arbeits- und Wohnmöglichkeit. Im Pfarrbüro wird nach Rat, Hilfe und Unterstützung gefragt, wegen der Sprachprobleme wird um die Hilfe bei den Ämtern, Ärzten bzw. Arbeitgebern gebeten. Soziale Probleme wurden zum Anteil der seelsorgerischen Arbeit der polnischen Priestern. Die hiesige polnische Bevölkerung besteht aus verschiedenen sozialen Schichten. Ziemlich großen Anteil daran haben Akademiker, viele gehören der Arbeiterschicht. Nach der EU-Erweiterung kamen nach Deutschland viele Frauen, die im Bereich der Alten- und Krankenpflege sich betätigen möchten.

Der Besuch des Gottesdienstes, neben dem Rahmen der Glaubengemeinschaft, bedeutet für viele auch Gelegenheit sich mit den Landsleuten zu treffen. Jeden Sonntag in der Zeit 10:00 - 13:00 Uhr wird der Pfarrsaal für die Gemeinde zugänglich, wo man sich beim Kaffee und Kuchen unterhalten kann. Im Juni zum Herz-Marien-Patronatsfest vereint die Polen der Gemeindefest auf dem Parkplatz des Claretiner-Seminars, zu dem ca. 1.000 Gemeindemitglieder kommen.